Embryotox-Telefon gefaehrdet?

Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie in Berlin gibt nicht nur das Buch „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit“ heraus, sie haben auch ein Beratungstelefon.
Gedacht ist dieses fuer Aerzte und sonstiges medizinisches Personal (auch Hebammen und Stillberaterinnen), wenn sich diese bei der an Schwangere und Stillende unsicher sind, ob das Medikament geeignet ist bzw es besser geeignete Alternativen gibt.
Denn selbst Frauenaerzte/Innen sind in dem Bereich nicht immer auf dem neusten Stand.
Schlimmer noch wird es bei anderen Aerzten, wenn es um die Stillvertraeglichkeit geht.
Meine Zahnaerztin zB wollte mir allen ernstes zur Flasche/Abpumpen raten, wg Lokalanaesthesie…
Ich war dann sehr tapfer und habe sie ohne Betaeubung in meiner Zahnwurzel pulen lassen *Schulterklopf*.
Zunaechst hilft es sicher, dem Arzt diese Liste vorzulegen.
Bei spezielleren Fragen soll der Arzt bei Embryotox anrufen und sich beraten lassen (was ja eigentlich seine Pflicht ist… immer auf dem neusten Stand zu sein…). Nur in Notfaellen sollen die Frauen selber dort anrufen.
Offenbar gibt es aber genug Aerzte, die sich weigern, dort anzurufen und sich von Kollegen helfen zu lassen, oder die Frauen trauen sich nicht, ihrem Arzt das vorzuschlagen oder oder oder, jedenfalls rufen wohl vermehrt Frauen selbst dort an und dafuer ist dieses Telefon eben nicht gedacht („off-label-use“ sozusagen).
Deswegen gibt es Ueberlegungen, diese Nummer abzustellen.
Mal abgesehn davon, das man zu einem Arzt, der diese kostenlose Beratung nicht nutzen moechte, sondern lieber ein stillunvertraegliches Medikament verschreibt, eh nicht mehr gehen sollte:
bevor ihr selber dort anruft, ueberredet euren Arzt! Wenn das naemlich gut klappt und er/sie vorher Embryotox nicht kannte, koennen anschliessend auch andere Frauen und Babies von dem aufgefrischten Wissen des Arztes profitieren und mit stillfreundlichen Medikamenten behandelt werden.
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5 Antworten auf „Embryotox-Telefon gefaehrdet?“


  1. 1 Difficult is Easy 22. April 2008 um 18:13 Uhr

    wir kannten das überhauppt nicht, aber ab jetzt werden wir daran denken.
    danke für die info.
    super!

  2. 2 mammal 22. April 2008 um 22:33 Uhr

    nix zu danken, dafuer gibt es doch dieses internetz ;-)

  3. 3 Gianna 04. Mai 2008 um 8:14 Uhr

    Huhu…
    Als ich deinen Beitrag gelesen hatte, bin ich etwas erschrocken… ich fände es wirklich sehr schade, wenn embryotox seinen Dienst einstellen würde. Denn hier konnte sich die Schwangere noch sicher sein, wenn sie Fragen hatte… Hm… hoffentlich überlegen die sich’s nochmal… bleibst du da mal dran?
    Bis bald und alles Gute,
    Gianna

  4. 4 mammal 12. Mai 2008 um 19:24 Uhr

    ich zitier hier mal aus dem eltern.de-forum:

    […]
    Deshalb denke ich sollten wir schon unsere Ärzte zur Mitarbeit bringen, damit sie sich weiterbilden.

    […]

    Da beraten die Ärzte und auf der anderen Seite wollen sie nicht mit der Embryotox zusammenarbeiten……

    Ich denke daran sollte schon gearbeitet werden, aber dies wird bei vielen Ärzten leider auch nur über die fordernden Mütter gehen, die sich ihnen energisch, aber dennoch freundlich, entgegenstellen und verlangen das er dort anruft.
    Eventuell wird er bei der ersten und zweiten Mutter noch alles abtun…je aufgeklärter allerdings die Mütter sind und je mehr auch die Mutter selber weiß DAS es geht umso mehr gerät auch der Arzt in Zugzwang und er kann sich dann nicht mehr da herausziehen.

    Es würde ja schon reichen, wenn der Arzt sich das Buch von Dr Schäfer holt…..oder wenn in einer Stillgruppe dieses Buch steht, dies kann dann dort ausgeliehen werden und mit in die Praxis genommen werden…..dann kann sich auch ein Arzt nicht mehr herausreden, denn dieses Buch wurde von einem Kollegen geschrieben.

    […]“ (userin ankaflojo)

    sonst gibt es nix neues…

  1. 1 Nochmal Embryotox: | saeugetier - mutterblog Pingback am 17. Oktober 2008 um 12:18 Uhr

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