Beikost, Breikost, Fingerfood – Feste Nahrung fuer Stillkinder

[Update 2012] – Eben finde ich dieses geniale Papier zum Thema Beikostbeginn:
http://www.bmj.com/rapid-response/2011/11/03/why-revert-4-months
Ich finde, das muss am Anfang dieses Artikels stehen, denn es zeigt die historische Entwicklung der Beikostempfehlungen der letzten 30 Jahre und macht vielleicht nochmal klar, worauf die beruhen. Auch die Diskrepanz zwischen dem, was die WHO als geeignete Beikost ansieht, und was in vielen Ländern tatsächlich gefüttert wird (auch in Deutschland, der Nährwert vieler Gläschen, die als Ersatzkost beworben werden, ist nicht angemessen), sieht man nochmal deutlich hervorgehoben.
Und nicht zuletzt, das es lediglich Interesse der Formula-Industrie, die in vielen Fällen auch die Gläschen-Industrie ist, sein kann, wenn der Beikostbeginn auf 4 Monate festgelegt wird.
[/Update]

So langsam dreht sich der Zeiger weiter in unserem Babyjahr und wir kommen von „vollgestillt“ zu „beigekostet“.
Obwohl das Wort „Beikost“ es ganz klar beinhaltet, sehen viele Eltern die anfaengliche feste Kost nicht als Beigabe zum Stillen (das gilt in Teilen auch fuer Formula-Kinder, aber damit kenne ich mich nicht wirklich aus…), sondern als „Anstatt-Kost“ und sind heiss darauf, moeglichst bald eine Mahlzeit zu ersetzen.
Ich hatte mich von Anfang an mit den ueblichen Ratgebern nicht recht wohl gefuehlt, schliesslich stillen wir nach Bedarf, welche Mahlzeit soll ich denn da wohl ersetzen? und wenn man im „vorgeschrieben“ Tempo Mahlzeiten ersetzt, ist das Kind ratzfatz abgestillt.
Das wollten wir dann doch nicht, denn auch wenn ich zunaechst nur mit einem lockeren „6Monate vollstillen“ gestartet bin, war mir doch klar, das nicht ab dem 6.Monat garnicht mehr gestillt wird.
Und Flaschen sollten uns nach Moeglichkeit garnicht erst ins Haus kommen, waere ja auch Unsinn – 6 Monate stillt man froehlich vor sich hin, um dann doch den Formula-Zirkus mitzumachen.
Ganz klar war von Anfang an, das Glas-Kost nur in Ausnahmefaellen auf dem Speiseplan sein sollte – ich bin eine excellente Koechin, warum sollte ich auf die Schergen von Hipp oder Nestle vertrauen, wenn es um mein Kind geht? Und Brei ist ne Konsistenz, die meines Erachtens eher fuer Sieche und Zahnlose geeignet ist – beides ist der Kronprinz nicht (2 Zaehne – aua!).
Wie dem auch sei:
zufaellig stolperte ich ueber den neuen Hype – Baby-led weaning, siehe auch hier.
Schon mal ganz gut, aber ist das nicht vielleicht auch sone ideologische Sache wie Windelfrei etc?
Letzten Ausschlag gab dann folgender Auszug aus einem Eintrag im Still-Lexikon:

Sanfte Einführung von Beikost

Empfehlungen zur Ernährung gestillter Säglinge und Kleinkinder werden unter dem Link „Empfehlungen der WHO“ beschrieben. Hier möchte ich nur auf die Einführungsweise von Bekost näher eingehen, da die in Deutschland übliche Praxis den Empfehlungen der WHO nicht entspricht.

Zur Einführung von Beikost wird in Deutschland üblicherweise folgende Empfehlung ausgesprochen:

„Ersetzen Sie pro Monat eine Milchmahlzeit gegen eine Breimahlzeit.“

Diese Regel mag bei Flaschenkindern sinnvoll und praktisch sein, bei Stillkindern ist sie jedoch nicht empfehlenswert, da sie dem Prinzip von Stillen nach Bedarf widerspricht. Daraus ergeben sich folgende Probleme:

* Zwar ist die Brust erstaunlich flexibel, aber eine lange künstliche Pause zwischen zwei Stillmahlzeiten kann zu einem unangenehmen Spannungsgefühl führen und erhöht das Risiko eines Milchstaus. Außerdem kann zu seltenes Stillen dazu führen, dass das Kind auch dann nicht satt wird, wenn gerade die Stillmahlzeit „an der Reihe“ ist.
* Statt auf die Bedürfnisse vom Kind zu achten, wird eine starre Regel diktiert. Dem Kind wird die Brust vorenthalten, wenn es angelegt werden möchte. Es kann sich dadurch abgelehnt fühlen und in seiner Wut auch die Beikost verweigern. Ein nach Bedarf gestillter Säugling trinkt an der Brust häufig und unabhängig von der Uhrzeit. Er ist nie völlig ausgehungert und möchte auch nach der Einführung von Beikost in der Regel genauso häufig an die Brust wie vorher. Er wird jedoch insgesamt weniger Muttermilch trinken als früher, weil er kürzer bzw. weniger intensiv trinkt.
* Die Regel „Pro Monat eine Stillmahlzeit wegzulassen“ führt dazu, dass auch mit Erfolg stillende Mütter unnötig schnell abstillen. Doch Beikost soll nach heutigen Erkenntnissen die Muttermilch im ersten Lebensjahr nicht ersetzen, sondern ergänzen!

Diese Regel kann daher getrost den Flaschenkindern überlassen werden. Die Empfehlungen der WHO sind für gestillte Säuglinge eine bessere Orientierungshilfe:

„Fangen Sie 2-3 Mal am Tag mit kleinen Portionen von Beikost an und steigern Sie die Menge je nach Appetit des Kindes! Stillen Sie weiter nach Bedarf! Steigern Sie die Häufigkeit der Mahlzeiten im Laufe der Monate!“

Diese Empfehlungen sind aus folgenden Gründen optimal:

* Die Beikost-Gabe wird gleichmäßig verteilt und kontinuierlich gesteigert, was mit dem natürlichen Abstillmechanismus und der Physiologie der mütterlichen Brust im Einklang steht.
* Der Abstillprozess wird durch die Bedürfnisse des Kindes und nicht durch starre Regeln bestimmt. Übrigens: Auch wenn Sie flexibel weiterstillen, können Sie feste Zeitpunkte für die Beikost einhalten, z.B. wenn die Familie zusammen isst.
* Muttermilch bleibt im ersten Lebensjahr die Hauptnahrungsquelle und stellt darüber hinaus noch weiterhin lange eine wichtige Quelle von Nährstoffen, Energie und Schutz vor Infektionen dar.

Wenn ein Baby oder Kleinkind nach Bedarf angelegt wird, kann es seinen Durst an der Brust löschen, indem es öfter für kürzere Zeit trinkt und somit die kalorienarme Vordermilch erhält. Man kann dem Kind ruhig (ungesüßte) Getränke anbieten, aber es ist kein Problem, wenn es gar nichts oder kaum trinkt. Das ist normal und kein Grund zur Besorgnis.
Beikost nach Bedarf

Das in Deutschland am meisten propagierte Beikost-Konzept mit drei wissenschaftlich zusammengestellten Breimahlzeiten wurde vom Forschungsinstitut für Kinderernährung (www.fke-do.de) erstellt und stammt aus einer Zeit, als man noch mit 4 Monaten Beikost einführte. Seit jedoch die WHO in 2001 6 Monate als den richtigen Zeitpunkt für die Beikosteinführung definiert hat, erscheint dieser Ernährungsplan überholt. Immer mehr verbreitet sich die Erkenntnis, dass ein nach Bedarf gestilltes Baby kompetent genug ist, auch die Beikost nach Bedarf zu verzehren (Quelle: Rapley G, Kleintjes S: Guidelines for implementing a baby-led approach to the introduction of solid food):

* Man kann dem Baby ab dem 6. Monat faustgroße Stückchen Nahrung aus der Familienküche (z.B. ein Stück Obst oder gekochtes Gemüse) anbieten. Wenn das Baby soweit ist, wird es das Essen in die Hand nehmen und probieren.
* Babys wollen die Kost selbstständig erkunden und nicht gefüttert werden. Genauso wie sie sich an der Brust selbst bedienen, möchten und sollen sie selber essen: Mit der eigenen Hand, im eigenen Tempo und nach der eigenen Auswahl aus einem kleinen, gesunden Angebot.
* Die Beikost braucht nicht püriert zu werden. Pürieren soll die Fähigkeit des Babys sogar stören, feste Nahrung zu verarbeiten. Stattdessen wollen Babys die Kost in ihrer originalen Konsistenz und jedes Lebensmittel separat kennen lernen.

Man braucht keine hochwissenschaftlich zusammengestellten Breie zu kochen oder zu kaufen, damit das Kind gut ernährt ist. Wenn das Baby eine Auswahl gesunder Nahrungmittel (in ihrer ursprünglichen Form, ohne Zucker, Salz und Gewürze) angeboten bekommt, wird es eine ausgewogene Auswahl treffen. Dabei ist es kein Problem, wenn das Baby nur kleine Mengen isst. Viele Babys wollen das Essen zunächst nur kennen lernen, satt werden wollen sie weiterhin an der Brust. Unter gesunden, voll ausgetragenen Babys, die nach Bedarf gestillt werden, ist ein Nährstoffmangel selten.

Aus folgenden Quellen können Sie sich über Beikost bei gestillten Babys weiter informieren:

* Gabi Eugster: Babyernährung gesund und richtig – B(r)eikost und Fingerfood ab dem 6. Lebensmonat
* Stefan Kleintjes: Stillfreundliche Einführung von Beikost (http://www.borstvoeding.com/voedselintroductie/blw/duits.html)
* Müller, Antje / Reich-Schottky, Utta: Beikost für das gestillte Kind
* Verbraucherzentrale Hamburg: Gesunde Ernährung von Anfang an, Hamburg 2001 (beziehen über http://www.vzhh.de)
* Die La Leche Liga und die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen bieten Veranstaltungen, Infohefte und persönliche Beratung an.“

im Still-Lexikon habe ich auch noch diese „Gegenüberstellung“ der Empfehlungen von WHO, FKE und AAP gefunden, interessant.

Ausserdem gibt es hier die Zusammenfassung eines Vortrags von Dr Gonzales, der das gute Buch „Mein Kind will nicht essen“ geschrieben hat.

Und hier eine „unauthorisierte“ Übersetzung der BLW-Richtlinien:
BLW Guidelines deutsch (pdf)

Update: Aus gegebenem Anlass moechte ich nochmal darauf hinweisen, das sich sowohl die Empfehlungen der WHO (Beikostbeginn mit 6 Monaten) nicht geaendert haben als auch ein Beikostbeginn zu diesem Zeitpunkt nicht „schaedlich“ ist – im Gegenteil ist der Schaden fuer Kinder, die nicht Beikostreif sind und zwischen 4 und 6 Monaten Beikost aufgenoetigt bekommen, eher hoeher zu bewerten.
Nicht zuletzt die peinliche Studie des FKE zum vermeintlichen Eisenmangel bei Stillkindern zeigt, wie Empfehlungen auch und grade von halb-staatlichen Stellen (DGE, FKE) in keinster Weise am Kindeswohl orientiert sind, sondern am Wohl der Industrie.
Dazu bitte diesen Artikel lesen:
Studie empfiehlt für Babys Fleisch – und schürt Angst
Experten empfahlen, Still-Babys Fleisch zuzufüttern. Die Ergebnisse sind umstritten und der Auftraggeber der Studie stößt sauer auf.

Zwar nicht unmittelbar auf diese Fragestellung bezogen, aber auf die ethischen Fragen generell eingehend dieser Artikel aus dem Ärzteblatt:
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=80790
Und hier noch ein Kommentar von Erika Nehlsen (Ausbildungszentrum Laktation und Stillen).
Und hier noch ein aktueller Artikel aus der „Laktation&Stillen“: Verunsicherung der Eltern – Panikmache oder berechtigte Sorge?

Und noch ein Update: auch in der britischen Presse wird grade das Thema Eisen und Beikost extrem unkritisch durchgekaut, und auch explizit behauptet, die WHO-Empfehlungen seien falsch, ueberholt oder basierten auf zu kleiner Datenlage. Nicht oder nur am Rande erwaehnt wird, das die zugrundeliegende Studie von industrienahen Wissenschaftlern verfasst wurde. Gluecklicherweise hat Unicef schnell reagiert:
http://www.babyfriendly.org.uk/pdfs/unicef_uk_response_to_BMJ_article_140111.pdf
Und schliesslich hat auch die WHO noch eine Stellungnahme veröffentlicht:
http://www.who.int/mediacentre/news/statements/2011/breastfeeding_20110115/en/index.html
Und eine weitere englisch-sprachige Quelle, die sehr genau die Fragestellungen der Studie (genau genommen ist es keine Studie, sondern ein Review der Empfehlungen zur Beikosteinführung im .uk und der verwendeten Quellen….) durchleuchtet:
http://www.analyticalarmadillo.co.uk/2011/01/starting-solids-facts-behind-todays.html

Einfach nochmal drueber nach denken:

„there is also a confusing overlap between what are termed „complementary foods“ and what are in reality breastmilk substitutes. even after six months, many foods do not complement (ie complete) breastfeeding, but replace it, when ideally it should continue to provide the principal food. for example the baby may be fed a starchy staple, mashed fruits, juices, soups and gruels. these fill the babys stomach, reduce appetite at the breast and decrease breastmilk intake – and, consequently, supply. thus these products are de facto breastmilk substitutes. […] many foods given to older infants and young children replace a nutritionally superior food, breastmilk, which has disease-protection benefits, with a nutritionally inferior food which may even be a vehicle of infection.“ – Gabrielle Palmer

Und noch eine schoene Quelle:
Eine unendliche Geschichte – Empfehlungen zur Säuglingsernährung, von Denise Both

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47 Antworten auf „Beikost, Breikost, Fingerfood – Feste Nahrung fuer Stillkinder“


  1. 1 Tine 25. Juli 2010 um 22:39 Uhr

    Bin sehr sehr froh, dass ich diesen Beitrag gefunden habe. Mein Kleiner kriegt immer noch ungefähr 10 Stillmahlzeiten am Tag, ganz nach Bedarf. Und in allen Beikostbüchern lese ich, dass ich eine von „den 4-5 Milchmahlzeiten“ durch Brei ersetzen soll. Das hat mich echt verunsichert.

    Danke Dir vielmals, Du hast mich wieder in die Spur gebracht!

  2. 2 Lilly 06. August 2010 um 14:42 Uhr

    Vielen Dank! Einiges lese ich hier zum ersten Mal. Ich habe auch 6 Monate nach Bedarf gestillt und stand die letzten Tage vor der Aufgabe „eine Mahlzeit“ durch Brei zu ersetzen. Wir stillen auch sehr häufig, so dass ich gar nicht wusste, wie ich das anstellen soll und sehr verunsichert war. Nun wurde mir ein völlig neuer und unproblematischer Weg aufgezeigt, der meinem Baby auch mehr entspricht, denke ich. Herzlichen Dank und weiter so!

  3. 3 mammal 06. August 2010 um 20:44 Uhr

    danke fuer das lob! ich bin selber immer wieder erstaunt, das dieser kleine artikel so beliebt ist – aber auch erfreut, denn das zeigt, das immer noch viele eltern sich gegen die „vorgeschriebene“ beikosteinfuehrungsregeln sperren und einen „naetuerlicheren“ weg suchen.
    als ich das geschrieben habe, haette ich uebrigens nicht gedacht, das wir _heute_ immer noch stillen wuerden.

  4. 4 mammal 23. August 2010 um 22:20 Uhr

    ich muss langsam mal ein update fuer diesen artikel schreiben – grundsaetzlich ist alles richtig, aber es gibt noch einiges an neuen erkenntnissen, die letztenendes den hier vertretenen weg stuetzen.
    zb zu themen wie tiermilchprodukte, glutenhaltiges getreide, eisenversorgung (fleisch-fingerfood ist moeglich!!) etc.
    stay tuned!

  5. 5 Rita 04. Oktober 2010 um 9:42 Uhr

    Auch von mir ein großes Lob für den Artikel.
    Warum er so beliebt ist?
    Ganz einfach.
    Es liebt an der(deutschen)Mentalität, die Säuglinge so schnell wie möglich an den Löffel gewöhnen möchte.
    Die Göttin weiß warum.
    Als stillende Mama muss man sich beinahe rechtfertigen.
    Mein mittlerweile 7 Monate alter Sohn wird immer noch so angelegt, wie er möchte.
    Er nimmt normal zu und hat kein kloßiges Breigesicht.
    Im Familien- und Bekanntenkreis kommt öfter die Frage:
    „Wie lang willst du denn noch stillen?“ Oder ein ungläubiges :“Du stillst noch?“
    Da kann frau schon das Gefühl bekommen nicht „normal“ oder super-alternativ zu sein.
    Deshalb ist es toll zu lesen, dass man mit der eigenen Überzeugung nicht allein ist.
    Das Thema Beikost ist so eine Sache weil jeder was anderes sagt.
    Meine Kinderärztin hat auch die Empfehlung gegeben Fleisch zu zufüttern wegen des erhöhten Eisenbedarfs.
    Ob das stimmt oder nicht weiß ich nicht.
    Mein Sohn möchte auf jeden Fall „mitmachen“, wenn gegessen wird.
    Vorzugsweise das, was alle haben.
    Wenn es für ihn essbar ist – nichts Rohes oder scharf gewürztes – kriegt er ein bisschen was und will dann von selbst den eigentlichen Hunger an der Brust stillen.
    Wie dem auch sei.
    Es ist toll eine Seite gefunden zu haben, bei der es normal ist Muttertier.

  6. 6 buto007 21. November 2010 um 11:34 Uhr

    Auch von mir vielen Dank für diesen Artikel. Auch ich möchte nach 6 Monate voll Stillen nun mit der Beikost anfangen. Mein Problem, sie will mir vom Löffel nichts abnehmen. Ich bin nun schon seit 2 Wochen am probieren und verzweifle langsam. Aber dieser Artikel hilft mir, es nicht mehr so eng zu sehen und es genau so zu machen. Wir haben ihr schon manchmal etwas in die Hand gegeben, was sie auch begeistert annahm, Banane, Gurke, sogar Tomate. Das Problem, ihre 2 unteren Zähnchen beißen schon kleine Stückchen heraus, wo sie dann oft anfängt zu würgen. Die Ärztin riet mir daraufhin sogar von dieser Methode ab. Jetzt denke ich darüber allerdings anders und werde es weiter mit Selbsterforschung des Essens versuchen. DANKE

  7. 7 mammal 30. November 2010 um 14:08 Uhr

    @buto:

    ich meine, das wuergen nicht gefaehrlich ist (wenn das kind aufrecht gehalten wird bzw sitzt), es ist vielmehr ein lernprozess und das kind kann dann selbstkompetent mit stuecken umgehen, feststellen was passt und was nicht etc.

  8. 8 Swanhild 02. Januar 2011 um 21:57 Uhr

    Fand den Artikel auch hilfreich und habe mich weiter informiert.
    Ich war auch ziemlich verunsichert durch das „Ersetzen einer Milchmahlzeit“, hat nie reingepasst und ich konnte mir nicht vorstellen, dass das jemals funktioniert. Meine Tochter mochte sowieso keinen Brei, hab ich schnell aufgegeben. Habe dann angefangen, ihr Fingerfood zu geben. Jetzt sitzt sie am Tisch, lutscht Avocado und knabbert gekochte Möhren. Und sie ist dabei unglaublich süß!

  9. 9 Ceyda 17. Januar 2011 um 20:47 Uhr

    Über Facebook/eine Freundin kam ich auf die Seite. Ich habe sie „gebookmarkt“. Auch ich habe nach Bedarf gestillt, Beikost mehr oder weniger erfolgreich mit 6 Monaten eingeführt. Als der Kleine 1,5 Jahre alt war, haben wir immer noch nach jeder „festen, normalen“ Mahlzeit gestillt. Jetzt mit 2,5 wird er nur noch abends vor dem Schlafengehen gestillt und evtl. nachts (es muss draußen dunkel sein ist unsere Verabredung).
    Die Kinder essen sehr unterschiedlich. Brei mochte meiner nur die ersten zwei Monate, dann habe ich selber gekocht und eingefroren, aber das wurde mir zu lästig, also gab ab dem 10. Monat für den Kleinen das, was es auch für die Großen gab – entsprechend ungewürzt oder etwas zerkleinert. Statt Getreidebrei aß er auch lieber Brotkanten.
    Rückblickend fällt mir auf, obwohl ich voll gestillt habe, dass man auch beim Thema Beikost auf die Werbung reinfällt. Im Grunde ist es doch mehr Arbeit, für die Kleinen ganz speziell was zu kaufen, im Wasserbad zu erwärmen. Wer sowieso selber kocht, kann leicht einen Teil ungewürzt abzweigen. Ist irgendwie natürlicher und logischer, die feste Nahrung in kleinen Portionen über den Tag zu verteilen, als bei einer Mahlzeit alles reinzudrücken und ganz auf das Stillen zu verzichten.
    Vielen Dank für deinen Artikel!

  10. 10 mammal 25. März 2011 um 14:29 Uhr
  11. 11 mammal 09. September 2011 um 11:02 Uhr
  12. 12 mammal 13. Oktober 2011 um 1:57 Uhr

    und noch ein nachtrag: einige leute verwenden nun den begriff baby led solids anstatt baby led weaning. das finde ich gut. denn weaning steht ja auch fuer abstillen, waehrend solids eben beikost/feste kost ist.
    also: all hail to BLS!

  13. 13 Loury 12. Januar 2012 um 21:45 Uhr

    Hallo, auch ich kann mich meinen Vor-Müttern nur anschließen. Ein fantastischer Bericht. Einziges Manko, ich habe lange gesucht bis ich Ihn fand. Mir kam es auch seltsam vor, das immer Voll-stillen bis 6 Mon. empfohlen wird, aber die Beikostschritte in allen Artikeln früher anfangen. Wo sollte man da einsteigen? Unser Knirps hat auch schon an so manchem vom Familientisch lutschen dürfen (Apfel, Gurke, Papika, Karotte und Brotrinde – und siehe da, Bauchgefühl funktioniert doch noch bei so viel Werbung. Wir dürfen wieder lernen uns darauf zu verlassen.
    Vielen Dank und liebe Grüße

  14. 14 Mia 18. Februar 2012 um 0:11 Uhr

    Auch ich hinterlasse mal kurz mein Danke Schön für die Recherche/Links – und unsere Geschichte: Unsere Kleine ist jetzt 10 Monate, nach Aufs und Abs, und schließlicher Frustration mit dem Brei, kriegt sie jetzt Fingerfood (gekochtes Gemüse/Obst, Roggenbrot mit Butter, Hirsemantsche etc.). Manchmal lutscht sie daran, mal kaut, mal würgt (gekochte Karotten – werde ich wieder weglassen) sie. Ich lasse sie ab jetzt einfach nur „üben“ und veruche zu Vertrauen. Als Stillmama müsste man das ja gelernt haben, aber als Erstlingsmama ist die Verunsicherung irgendwie immer größer…
    Auf Empfehlung unserer KiÄ (,die es doch besser wissen müsste!)und drängender Fragen meiner Mutter (,die es ja nur gut meint) haben wir schon im 4. Monat mit Brei angefangen. Das „Fatale“ bei uns war, dass die Kleine recht schnell anfing ihre Breimengen zu steigern, und ich immer „noch ein Löffelchen“ hinterhergab (damit wir auch ja in die Nähe der 190g kommen)… Nur irgendwann mit 7 Monaten, war’s dann vorbei. Sie hatte keine Lust, und ich die größten Sorgen, dass was nicht stimmt – die Sorgen, kennt wohl jede, die diese Seite findet…Vielleicht schreibe ich auch ein Roman darüber :)
    Erst nach Monaten (zwischendurch haben wir zwar auch 2-3 Pausen gemacht, mal 3 Tage mal 1 Woche des Vollstillens) dieser Auf und Abs, und vielen Suchen/Fragen und sehr wenigen aber widersprüchlichsten Antworten darauf, wie lange man vollstillen kann ohne das Kind „zu gefährden“ durch Nöhrstoff-/Eisenmangel etc. – habe ich mir ans Herz gefasst, und versuche meinem Baby zu vertrauen, dass sie schon essen wird, wenn sei körperlich bereit dafür ist, wenn ich ihr regelmäßig gesundes zu Essen anbiete, wenn ich auch esse.
    Trotzdem bräuchten viele Frauen ihr eh‘ fehlendes Schlafkonto nicht mit Internetrecherchen in der Nacht überziehen, wenn die Ärzte kompetent genug wären, um sich auf den Neuesten Stand zu bringen – und nicht, wie z.B. meine, uralte Empfehlungen, aus der Zeit der Industrienahrungseinführung, verbreiten! Können wir nicht mal eine Petition für Aufklärung stillender Mütter und ihrer Kinderärzte unterschreiben?! ach…eigentlich will ich doch nur Schlafen :)
    LG, und Vielen Dank nochmal Mammal

  15. 15 mammal 02. März 2012 um 14:41 Uhr

    danke fuer das lob!

  16. 16 Kathi+Karoline 08. März 2012 um 22:18 Uhr

    Vielen Dank für diesen Beitrag, du hast uns sehr geholfen. Ich war schon ziemlich verzweifelt, was die Einführung der Beikost bzw. Ersatzkost bei meiner nun 10 Monate alten Tochter betrifft. Sie verweigerte alles, kostet hie und da etwas – Brei verweigert sie generell. Ich war natürlich verzweifelt, da wir nach Bedarf stillen und alle mit vermeindlich guten Ratschlägen kommen, was das Thema angeht.
    Vielen Dank also, denn nun bin ich mir wieder sicherer und habe mehr vertrauen in unsere Stillbeziehung gewonnen. Ab jetzt werde ich mir keine Sorgen mehr machen :-)

  17. 17 mammal 16. März 2012 um 13:05 Uhr

    :-)

  18. 18 Alisha und Baby Jael 02. Mai 2012 um 13:00 Uhr

    DankeDankeDankeDanke!!!
    Ich stille meine Kleine voll und habe leider das Pech vom Milchstau verfolgt zu werden…. So muss ich immer wieder vermehrt abpumpen wodurch die Milchproduktion wieder angekurbelt wird – ein langsames ablösen von stillen zu fester Nahrung ist somit unmöglich wenn man um das einhalten der Beikosteinführungs-Regeln bemüht ist…..!
    Durch diesen Beitrag kann ich es endlich locker sehen und nehmen, was meiner Süssen bestimmt auch zusagt :)
    Essen soll am Anfang spass machen und spannend sein mit allen Sinnen und bestimmt kein „müssen“….
    Nochmals vielen Dank :D

  19. 19 mammal 05. Mai 2012 um 17:59 Uhr

    hast du wg den milchstaus mal lecithin probiert? ich wuerde das mal mit einer stillberaterin besprechen, die kann dir auch das ausstreichen zeigen, dann brauchst du nicht pumpen.

  20. 20 mammal 18. Juli 2012 um 22:27 Uhr
  21. 21 mammal 17. September 2012 um 21:26 Uhr

    zum thema beikostbeginn fuer den geuebten studienleser hier noch was interessantes:

    http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1740-8709.2011.00363.x/suppinfo

  22. 22 mammal 12. Oktober 2012 um 13:49 Uhr

    ah, kommentieren geht wieder!

  23. 23 Mummy 15. November 2012 um 0:20 Uhr

    Sehr toller Artikel, vielen Dank!
    Ich stille gern weiterhin voll, mein einziges Problem ist, ich werde wieder Teilzeit arbeiten, wenn Motte 10 Monate alt ist. Motte ist nun fast 9 Monate alt und will nix essen…kein Fingerfood bisher, keinen Brei. Kann ja sein, das sich das in einem Monat noch drastisch ändert…wenn nicht, was kann mein Mann (Elternzeit) Motte dann zu essen geben, wenn ich 6-7h weg bin? Milchflasche?!

  24. 24 mammal 20. November 2012 um 9:37 Uhr

    ehrlich gesagt, wuerde ich es einfach darauf ankommen lassen.
    die beiden setzen sich an den tishc und essen einfach familienkost, kind kann sich das ansehen und probieren, oder auch nicht, er koennte etwas naturjoghurt anbieten oder kuhmilch aus einem becher, einfach die beiden ausprobieren lassen. milch aus der flasche halte ich fuer unnoetig, wenn weiterhin gestillt wird und nur eine bestimmte zeit ueberbrueckt werden soll/muss.

  25. 25 mammal 27. November 2012 um 13:17 Uhr

    und noch ein guter artikel in der
    welt

  26. 26 mammal 27. November 2012 um 14:48 Uhr

    uuuuups, doch nicht so gut, die qualitaetsjournalisten haben das mit dem weaning offenbar woertlich genommen, wie bloed.

  27. 27 Emy 27. März 2013 um 11:27 Uhr

    Genau meine Gedanken ;) Danke, jetzt fühle ich mich wieder bestätigt und sicher!

  28. 28 Kariki 09. April 2013 um 20:02 Uhr

    Also das ist wirklich lustig. Meine große Tochter habe ich 6 Monate voll gestillt, dann lehrbuchmäßig mit „Beikost“ angefangen, und mit 11 Monaten war sie ganz abgestillt. Sie hat alles (wie ich damals fand) super mitgemacht.

    Mein Sohn ist jetzt 9 Monate alt. Ich habe bis vor kurzem voll und völlig nach Bedarf gestillt, weil er mir den Brei um die Ohren gehauen hat und den Schnulli mit Ekelgeräuschen von sich schmeißt. Von Rhythmus, Durchschlafen (Ha!) etc. keine Rede! Mittlerweile futtert er Wurstbrot, Nudeln, Spätzle, Gemüsestücke und was es sonst noch bei uns gibt. Das ist immer eine Riesensauerei, weil er natürlich mit den Händen isst und das Essen überall landet (im Mund, in der Nase, in den Haaren, auf den Fußboden, auf meinem Pulli). Mit dem Löffel gefüttert zu werden hasst er. Ab und zu muss er tagsüber auch noch bei mir nuckeln (nachts sowieso andauernd). Ich bin immernoch hin- und hergerissen zwischen Eigentlich-stehts-anders-im-Lehrbuch und Okay-ich-akzeptiers-so-wie-er-will. Der Artikel bestärkt mich aber, dass ich nichts falsch mache! Er könnte von meinem Sohn geschrieben sein :-)! Danke!

  29. 29 Loury 10. April 2013 um 13:59 Uhr

    Hallo Kariki,

    ich stille meinen Sohn nun 20 Mon. und das war eigentlich gar nicht so lange geplant, denn bei meinem ersten Soh habe ich auch nach Lehrbuch mit der Flasche Mahlzeiten ersetzt. Mein Zweiter hat mir die Flasche, Nuckel, Kunstmilch auch um die Ohren geschmissen :-) . Vom Familientisch mit isst er, seit er 5 Mon. war. Obwohl ich stille, schläft er Nachts durch. Bei uns hilft es, dass er nicht bei mir einschläft, sonder das alleine gelernt hat. Nicht ganz so streng wie im berühmten Buch, aber konsequent ab ca. 6 Mon. bei nächlichem Stillen wieder zurück ins eigene Bett. Am Morgen darf er dann natürlich mit mir auskuscheln im Elternbett wenn es sich ergibt.

    Ich wünsche ruhig Nächte und sonnige Frühlingstage,

    Liebe Grüße,

    Loury

  30. 30 Kariki 11. April 2013 um 8:35 Uhr

    Liebe Loury,

    dankeschön! Ruhigere Nächte könnte ich wirklich gebrauchen :-).
    Aber wir haben schon alles probiert, er schläft zudem schon seit 3 Monaten in seinem eigenen Bett im eigenen Zimmer (davor neben mir im Beistellbettchen). Alleine einschlafen tut er auch, wenn er nicht schon beim Stillen wegsackt.
    Es hat sich nur leider nichts geändert. Wir haben schlaftechnisch alles so gemacht wie bei seiner großen Schwester, die hat allerdings mit nem halben Jahr durchgeschlafen (die hat sowieso immer nur geschlafen als Baby), er wacht im Schnitt alle 2 Stunden auf und schläft auch sonst sehr sehr wenig. Er braucht in 24 Stunden ca. 1 Stunde mehr Schlaf als seine Schwester zurzeit, und die ist jetzt 3 Jahr alt! Er hat glaub einfach zu viel Energie.
    Ich fürchte ich kann ihn nur akzeptieren oder schreien lassen, was ich tagsüber manchmal machen muss, es geht mit zwei Kindern ja nicht anders, aber nachts problematisch finde, denn wer weiß was das Kind hat – schlechte Träume, Schmerzen???.
    Da muss ich halt durch. Zum Glück ist er sooooooo süß :-)!

    Viele Grüße,
    Kariki

  31. 31 Loury 11. April 2013 um 19:17 Uhr

    Hallo Kariki,

    na, da habt Ihr ja echt schon viel durch. Ich wünsch Dir, dass die Kraft nie ausgeht. Alles Gute weiterhin.

    Viele Grüße,

    Loury

  32. 32 Angela 11. April 2013 um 21:52 Uhr

    Danke, was für ein toller Text!! Ich stehe vor der Beikosteinführung, Jonathan ist fünfeinhalb Monate und irgendwie hatte ich wie die meisten hier das Gefühl, dass ich das nicht so nach den üblichen Regeln machen kann. Eben, welche Mahlzeit? Ich hab schon überlegt, ob ich mein Stillen so verändern muss, dass „normalere“ Mahlzeiten draus werden. Und ich hatte gehört, wie unterschiedlich das je nach Land ist, in Israel gibt man Avocados und die Italiener finden es angeblich total wichtig, Parmesan ins Gemüse zu mischen…Und da dachte, ich geh doch mal ins Netz und bin gleich auf diesen Text gestoßen, was für ein Geschenk!

  33. 33 Eva Eigelshoven 13. Dezember 2013 um 19:04 Uhr

    Auch ich möchte mich für diesen tollen Text bedanken. Er hat mich bestärkt, meine fast neun Monate alte Tochter weiterhin zu stillen, auch wenn das momentan unendlich kräftezehrend ist. Denn nach einem guten Einstieg in die Beikostphase mit knapp sieben Monaten und mehreren Wochen Brei mittags und nachmittags, verweigert meine Tochter gerade fast alles außer der Brust. Ich stille eigentlich fast wieder voll. Mein Umfeld reagiert zwar verständnisvoll (vor allem mein Mann, GOTT SEI DANK), aber alles Verständnis kann mir die kräftezehrende Stillerei rund um die Uhr nicht abnehmen! Aber ich bleibe dran und gebe meinem Kind keine Premilch, wie mir auch schon vorgeschlagen wurde. Das wäre ja so, wie wenn ich zu McDonalds gehen würde, obwohl ich im Sternerestaurant essen kann.

  34. 34 lotte 11. August 2015 um 8:13 Uhr

    Ich finde den Text auch super und er bringt mir große Erleichterung. Einzige Anmerkung: kann nicht auch ein Flaschenkind nach Bedarf die Flasche bekommen? Dann ergibt sich die selbe Problematik wie bei nach Bedarf gebrustfütterten Kindern… im Text wirkt es so, als sei die Einführung der Breikost bei Flaschenkindern total easy.

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