Und noch ein Interview:

Zur Hölle mit der Disziplin…
[…]
SZ: Apropos klare Haltung: Sie kritisieren das bei Eltern beliebte Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“. Darin wird erklärt, dass es besser ist, ein Kleinkind auch mal laut schreien zu lassen, als ständig zu ihm ans Bett zu rennen.

Bergmann: Das ist eine Form der seelischen Misshandlung. In den dreißiger Jahren kam die Idee auf, später hat kein Mensch mehr auf diesem Niveau geredet. Erst Ende der achtziger Jahre wurde dieser Ansatz wieder populär. Er kommt aus einem extrem ahnungslosen psychologischen Verständnis, welches sich auf die Technokratie der Beherrschung des kindlichen Verhaltens reduziert. Das ist ein Verstoß gegen die Mitmenschlichkeit.

SZ: Ja? Aber es hilft.

Bergmann: Mag sein. Aber es muss einem doch nicht immer als Erstes etwas einfallen, das auf die seelische oder körperliche Verfassung von Kindern zielt. Als meine Tochter abends geschrien hat, da bin ich zu ihr ins Zimmer rein und habe festgestellt: Allein meine Gegenwart beruhigte sie. Wenn ich die Hand auf das Herz meines Kindes lege, so komme ich auf eine ganz andere Ebene. Dann werde ich ruhig und das Kind wird auch ruhig, weil sich die Liebesbindung gerade wieder als verlässlich erwiesen hat. So lernt ein Kind schlafen.
[…]
SZ-Interview mit Wolfgang Bergmann
Und hier noch bei D-Radio


1 Antwort auf „Und noch ein Interview:“


  1. 1 Rua... äh.. Portree... also Du weisst schon ;) 08. März 2009 um 10:11 Uhr

    …ich hab letztens den Fehler gemacht und eine WH von „Maischberger“ gesehen – mit Helden der Erziehung namens Bueb und Winterhoff auf der einen Seite, zwei Sympathisanten (Petra Gerster und, allen ernstes: Ingo Appelt!) dabei und zwei unsympathisch aussehenden total Antiautoritären (Namen vergessen, pardon) als Kontrast. Wem da nicht klar wird, dass es um Quote und Geld geht und nicht um die Rettung des kindlichen Abendlandes, der ist echt selten dämlich. Ich war einmal mehr froh, dass MICH niemand zu solchen Diskussionen einläd, denn das würde extrem ausufern.

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